Nun sind wir endlich in Kambodscha angekommen und haben bei meiner Freundin Jojo Unterschlupf gefunden, wie schön ist es wenn in der Fremde ein so bekanntes Gesicht die Türe öffnet. Und mit Ostern vor der Nase war auch erst mal nichts mit sight seeing, sondern abhängen und dann ein bisschen Osterfeeling kreieren. Nachdem wir uns alle große Mühe gegeben haben Enteneiner auszupusten (Hühnereier sind hier alle braun), diese mit Wachs zu verzieren und in alten Kaffe, Rotebeetematsch und Gelbwurzsoße einzulegen, hat uns Jojo noch einen wunderbaren Osterzopf gebacken. Der eilig aus dem Treppenhaus geholte Plastebaum dient nun als Osterstrauch und unser Osterhasenbastelwettbewerb hat großartiges hervorgebracht.
Hier wollen wir nun etwas länger bleiben und einige Großstadterledigungen erledigen wie Visa für Indien beantragen und darauf warten, dass Jojos dicke Katz endlich ihre Jungen kriegt. Über Khmer-Neujahr (unser inzwischen drittes Silvester) haben wir dann auch Jojo und ihren Freund Dara einige Tage ganz für uns, yippiii.
Unsere letzte Zeit in Laos war super entspannt. Der Hauptstadt Ventiane haben wir einen Tag gegönnt, haben die riesige goldene Stupa besichtig, den Arce de Triomphe (oder so) bestaunt und Georg hat sich einen Mönch als Brieffreund angelacht, nachdem der ihn ausgelacht hat, weil er immer seinen tollen Hut trägt (ein Reisbauernhut fällt in der Hauptstadt schon auf). Supi Gespräche sind aus zwei solchen Begegnungen geworden, und wir haben etwas mehr als beim monk chat in Thailand lernen können.
Auf nach Süden ging es mit dem sleeping bus. Ein Reisebus mit Doppelstockbetten drin. Wir hatten die vierer Liegefläche ganz hinten für uns (reisten zu dieser Zeit noch mit der Angi aus Österreich), viel Platz, allerdings hat uns jede Bodenwelle von unseren Kissen gehoben.
Zwei Zwischenstops, einer bei Champasak um den Khmer-Temper Vat Phou zu bestaunen, der mit seinen krummen und steilen Treppen, gesäumt von wunderschön blühenden Bäumen, und dem uralten an den Fels geschmiegten Heiligtum eine altehrwürdige Stimmung besitzt. Gäbe es die antike Straße nach Angkor noch, wären wir sicher gleich losgelaufen, so sind wir jetzt noch dabei den Umweg zu genießen.
Der hat uns zu unserem zweiten Zwischenstop auf eine der 4000 Inseln im Mekong geführt. Hier muss es wunderschön sein mit dem Boot herum zu kurven, allerdings sollte man sich vor den tosenden Wasserfällen in acht nehmen, die schon die Franzosen vor 100 Jahren in Verzweiflung trieben (jetzt red ich schon wie ein Reiseführer...), naja, jedenfalls wollten die mit dem Schiff ’nen bissl Handel und Schwung hier hineinbringen und haben dann versucht mit der Eisenbahn diese Wasserfälle zu umschiffen. Georg hat einen der seltenen Irrawaddy-Delfine gesehen und ich - nur noch die Wellen.
Wie von der Palme geworfen haben uns einige Filme, die wir in einem Kulturzentrum hier in PP gesehen haben. Außerhalb der Großstadt ist quasi noch Nachkriegszeit. Die Unmengen an nicht detonierten Fliegerbomben und Landminen machen immer noch weite Bereiche des Landes unnutzbar. Beklemmend sind die Berichte über die sog. bomb hunters, die nach alter Munition suchen, um TNT und Eisenschrott zu verkaufen und damit ihre Familie zu ernähren. Sie riskieren dabei Gliedmaßen oder das ganze Leben – für ein paar cent. Riesige Bomben werden mit der Säge aufgesägt, das TNT heraus gehämmert und dann mit einem kleinen Feuer der Detonator zum explodieren gebracht. Und die Kinder sammeln ebenso eifrig, zerkloppen Gewehrmunition mit dem Hammer, um sich ein paar Süßigkeiten leisten zu können. Hier arbeitet also nicht nur die offizielle Minenräumung auf Hochtouren am land clearing, sondern den armen Menschen bleibt keine andere Wahl als auf eigene Faust Land zu räumen, um den nötigen Reis anzubauen, bzw. den Schrott zu verkaufen. Tonnenweise Bombenschrott wird wöchentlich nach Thailand verkauft...
Wenn die Räumung in dem Tempo weitergeht ist Kambodscha in - immerhin schon - 100 Jahren seine Kriegslast los!
Was ein Tourist von dem ganzen mitbekommt? Nicht viel. Versehrte Menschen, kreativ als Geländer genutzte Fliegerbomben, mal ein Schrottberg und Schilder mit der Warnung vor Minen. Das Buch einer Khmer-Autorin „daughter of the killing fields“ lehrt mich gerade die Unfassbarkeit der Khmer Rouge Tragödie.
Die Bilder folgen hoffentlich bald, wir grüßen euch.
da sind se -->
Georg mit Hut.
Georg wegen Hut auslachende Moenche.
Laotische Volksstuba in Vientiane.
Lenas Blick schweift ueber die Anlage von Wat Phou.
au'backe
super wa?
Yeah, Osteraction ist super! Hätten die Sorben nicht besser hinbekommen...Karten aus Laos sind auch super, dankedankedanke. Dem Fisch geht es gut, langsam braucht er ne größere Fishbowl ;O).
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