ueberraschend spannend waren die letzten tage. endlose weite, die viel mehr abwaechslung bot, als uns so viele davor berichteten. eine letzte wanderung in patagonien und fieber, hitze und ein sturm mit stuerzenden baeumen.
von el calafate sind wir dann in den 33-stunden-bus nach el bolson gestiegen, der durch die auf argentinscher seite der anden liegende endlose patagonische pampa ging, auf der legendaeren ruta 40. uns wurde ein flug empfohlen, um nur ja die langeweilige pampa auszulassen, aber auch wenn der flieger nicht viel teurer war kam es fuer uns eigentlich nicht in frage, wollten wir doch die pampa sehen, die auch ein teil patagoniens ist. in den bus eingestiegen wurden wir auch gleich mit einem grossen und weiten sonnenuntergang belohnt. die folgenden auf- und untergaenge der daraufflogenenden tage versuchten diesen noch zu uebertreffen. das so "langweilige weite nichts" wechselte eigentlich staendig sein aussehen und es gab immer wieder dinge zu entdecken, bis hin zu ploetzlich auftauchenden schluchten, in denen oasen einen herrlichen kontrast boten. ich war schon fast traurig machmal so schnell mit dem bus vorbeizufahren. gegen ende waren wir dann aber auch froh aus dem bus raus zu kommen, wir geben es ja zu, zumal auf diese schotterpiste nicht die neusten und bequemsten busse losgelassen werden.
in el bolson angekommen, die herrlichen temperaturen geniessend, schliesslich waren wir zwar schon die ganze zeit im sommer unterwegs, aber auf feuerland waren es immer so um die 10 C, schlenderten wir mit kurzen klamotten durch den beschaulichen ort. am naechsten tag ging es dann weiter zu unserer letzten wanderung, wir merkten aber beide, dass unsere wanderlust erst mal fuer laengere zeit aufgebraucht ist, also meine bestimmt. der rio azul war aber ein schoener abschluss mit seiner 40 meter tiefen schlucht, die so schmal ist, dass man sie oben mit einen schritt ueberqueren koennte, allerdings doch die sehr wacklige bruecke vorzieht. echt beeindruckend, und das klare wasser in diesen massen, eine einladung zum baden, war ein schoener abschluss.
leider bekam ich dann am naechsten tag fieber und mir war unwohl, was meine schlechte trekkingperformance der vortage erklaeren wuerde, denn ich musste ganz schoen arbeiten lena hinterher zu kommen (is ja nicht normal sowas). in der letzten nacht auf dem campingplatz kam das fieber dann aber noch mal richtig und so richtig schlafen konnte ich nicht, also die chemie ran in form von paracetamol 500, dank an lenas mutti, und ich dachte schon nun kann ich wenigstens die letzten vier stunden schlafen, aber leider wurde der wind immer staerker, was die baeume bedaenklich klappern lies. eine halbe stunde spaeter, so nachts um 4 rum, passierte es dann auch fuenf meter von uns entfernt. direkt neben dem zelt unserer nachbarn schlug krachend ein baum ein. zum glueck war nichts passiert, aber an schlaf war jetzt auch nicht mehr zu denken. verunsichert vom wind suchten wir schutz unterm toilettenvordach, lecker, bis der wind drei stunden spaeter nachgelassen hatte,
voellig uebermuedet gings dann in den letzten bus nach buenas aires, in dem wir dann beide sofort in tiefen schlaf fielen.
in BA angekommen hatten wir noch am gleichen abend das glueck eine kleine tango stunde zu bekommen. kennt ihr den moment wenn ihr einem kleinen kind die muehe anerkennen wollt, es aber eigentlich klaeklich war. so ein laecheln wurde mir zuteil, noch nicht in der tango stunde, aber unsere lehrerin lud uns dann den darauffolgeneden abend zu einer tango show ein und der einladung kamen wir auch nach. gegen ende der show wurden dann ein paar personen aus dem publikum von den taenzern aufgefordert. und ja, richtig, ich wurde auch aufgefordert, von meiner lehrerin - ihr koennt euch denken es ging nichts und ich erntete dieses voellig von mitleid motivierte laecheln - schoenen dank. als ob dies nicht genug war wurde lena nach der show von mehreren personen ein gutes koerper und tanz gefuehl bescheinigt, na toll.
fuer alle, die auf bilder hoffen. sorry, aber wir haben uns einen computervirus auf unserer memorycard eingefangen. ich hoffe mal das ich das hin bekomme ohne bilder zu verlieren. aber erst mal koennen wir keine mehr hochladen.
schuessi
lena und georg
Sonntag, 31. Januar 2010
Donnerstag, 21. Januar 2010
Feuerland - ein Ende der Welt
Nun laufen uns schon langsam die Tage davon und wir koennen bald nur noch zurueck an Patagonien denken. Aber vieles hielten und halten die letzten Tage noch bereit.
Als wir uns endlich von Punta Arenas losreissen konnten wars wie ein neuer Start, noch einmal los, um unsere Reise hier in Patagonien abzuschliessen. Mit der Faehre haben wir nach Feuerland uebergesetzt, ganz gebannt was uns erwartet bzw wie wir vorankommen wuerden. Fuer alle Faelle Essen fuer ein paar Tage im Gepaeck, man weiss ja nie. Aber auch wenns leicht zaeh war, sind wir aus Porvenier, dem einzigen wirklichen chilenischen Ort auf Feuerland, gut weg gekommen. Unentwegt die vorbeiziehende Landschaft von der Ladeflaeche eines kleinen Lasters betrachtend vergingen 3 Stunden, gefuehlte eineinhalb. Weiter bald bis zur Grenze, und dank einer sechskoepfigen franzoesichen Familie, die jetzt in LaPaz/Bolivien lebt, sogar noch darueber hinaus und -zack- waren wir am Abend dann doch schon in Rio Grande, Argentinien. Untergekommen im Club Nautico, einem Paddelclub, super nett, mit Kueche und Tischtennis in der Bootshalle, witzig.
Weiter nach Ushuaia war hartes Brot. Aus einer grossen Stadt hinaus zu trampen... ueber 3 Stunden, dann endlich ein schweigsamer Lastenfahrer. Die Gegend wandelt sich auf der Fahrt nach Ushuaia, wo uns im Norden noch weite Pampa umgab, zeigt sich ein fliessender Uebergang hin zu bewalteten Huegeln und schliesslich queren wir die Bergkette am Beagle-Kanal und erreichen Ushuaia, die suedlichste Stadt der Welt.
Fuer uns ist hier tatsaechlich der suedlichste Punkt unserer Reise erreicht, unsere Blicke schweifen zwar ueber den Kanal zur Isla Navarino (Chile), und die Gedanken noch weiter nach Kap Horn, aber das ist alles nicht mehr bezahlbar. Vielleicht ein anderes Mal mit eigenem Segelboot... im Hafen liegen grosse und kleine Segler aus aller Welt und ein Schlendern ueber den Steg gibt Einblick in eine noch ganz andere Weise des Reisens.
Wir sind leider etwas planlos in Ushuaia und bis wir eine Idee bekommen was uns hier interessieren koennte haben wir uns leider schon die Spontanitaet verbaut und einen Bus gebucht, der uns auf Umwegen unserem Flieger entgegenbringt.
Wir geniessen die Ruhe Ushuaias auf dem Campingplatz, bestaunen die kleinen bis sehr grossen Allrad-Camper (meine Guete...) und beschliessen, das waer auch nochmal was - also die kleine Variante. hm... Im alten Gefaengnis, dem jetzigen Museum, verbringen wir viel Stunden.
Nun sind wir nach einem laangen Tag im Bus wieder auf dem Festland angekommen. Ein erneuter Stop in El Calafate und der zuvor verpasste Besuch am Perito Moreno Gletscher wird nachgeholt. Ein beeindruckender Gletscher. Wir sehen die Brocken mit Getoese stuerzen und diesmal ist es nicht schlimm, weil es einer der wenigen Gletscher ist die wachsen; alles was im Sommer faellt waechst im Winter noch schneller nach. Allerdings waechst auch hier der Megamassentourismus und so teilen wir das Geschehen mit vielen Menschen und deren Kameras. Wir waren trotzdem begeistert.
Heut abend gehts nun weiter nach Buenos Aires, nur noch ein kleiner Umweg ueber die Ruta 40.
Hier nun die letzten Gruesse aus Patagonien mit Wind und Sonne.
Georg&Lena
oh... Bilder folgen, der Computer will nicht.
Als wir uns endlich von Punta Arenas losreissen konnten wars wie ein neuer Start, noch einmal los, um unsere Reise hier in Patagonien abzuschliessen. Mit der Faehre haben wir nach Feuerland uebergesetzt, ganz gebannt was uns erwartet bzw wie wir vorankommen wuerden. Fuer alle Faelle Essen fuer ein paar Tage im Gepaeck, man weiss ja nie. Aber auch wenns leicht zaeh war, sind wir aus Porvenier, dem einzigen wirklichen chilenischen Ort auf Feuerland, gut weg gekommen. Unentwegt die vorbeiziehende Landschaft von der Ladeflaeche eines kleinen Lasters betrachtend vergingen 3 Stunden, gefuehlte eineinhalb. Weiter bald bis zur Grenze, und dank einer sechskoepfigen franzoesichen Familie, die jetzt in LaPaz/Bolivien lebt, sogar noch darueber hinaus und -zack- waren wir am Abend dann doch schon in Rio Grande, Argentinien. Untergekommen im Club Nautico, einem Paddelclub, super nett, mit Kueche und Tischtennis in der Bootshalle, witzig.
Weiter nach Ushuaia war hartes Brot. Aus einer grossen Stadt hinaus zu trampen... ueber 3 Stunden, dann endlich ein schweigsamer Lastenfahrer. Die Gegend wandelt sich auf der Fahrt nach Ushuaia, wo uns im Norden noch weite Pampa umgab, zeigt sich ein fliessender Uebergang hin zu bewalteten Huegeln und schliesslich queren wir die Bergkette am Beagle-Kanal und erreichen Ushuaia, die suedlichste Stadt der Welt.
Fuer uns ist hier tatsaechlich der suedlichste Punkt unserer Reise erreicht, unsere Blicke schweifen zwar ueber den Kanal zur Isla Navarino (Chile), und die Gedanken noch weiter nach Kap Horn, aber das ist alles nicht mehr bezahlbar. Vielleicht ein anderes Mal mit eigenem Segelboot... im Hafen liegen grosse und kleine Segler aus aller Welt und ein Schlendern ueber den Steg gibt Einblick in eine noch ganz andere Weise des Reisens.
Wir sind leider etwas planlos in Ushuaia und bis wir eine Idee bekommen was uns hier interessieren koennte haben wir uns leider schon die Spontanitaet verbaut und einen Bus gebucht, der uns auf Umwegen unserem Flieger entgegenbringt.
Wir geniessen die Ruhe Ushuaias auf dem Campingplatz, bestaunen die kleinen bis sehr grossen Allrad-Camper (meine Guete...) und beschliessen, das waer auch nochmal was - also die kleine Variante. hm... Im alten Gefaengnis, dem jetzigen Museum, verbringen wir viel Stunden.
Nun sind wir nach einem laangen Tag im Bus wieder auf dem Festland angekommen. Ein erneuter Stop in El Calafate und der zuvor verpasste Besuch am Perito Moreno Gletscher wird nachgeholt. Ein beeindruckender Gletscher. Wir sehen die Brocken mit Getoese stuerzen und diesmal ist es nicht schlimm, weil es einer der wenigen Gletscher ist die wachsen; alles was im Sommer faellt waechst im Winter noch schneller nach. Allerdings waechst auch hier der Megamassentourismus und so teilen wir das Geschehen mit vielen Menschen und deren Kameras. Wir waren trotzdem begeistert.
Heut abend gehts nun weiter nach Buenos Aires, nur noch ein kleiner Umweg ueber die Ruta 40.
Hier nun die letzten Gruesse aus Patagonien mit Wind und Sonne.
Georg&Lena
oh... Bilder folgen, der Computer will nicht.
Montag, 11. Januar 2010
Torres del Paine
1 kilo schokolade, acht packungen kekse und noch viel mehr essen hatten wir fuer unsere acht bis zehn tage torres del paine rundwanderung mitgenommen. am ende wurde es knapp.
eigentlich hatten wir ja schon die patagonische wettererfahrung gemacht: einfach loswandern und nicht auf gutes wetter warten, da man schon verloren hat, wenn man hier auf stabiles wetter wartet, aber irgendwie, warum auch immer, hatten wir uns diesmal den wetterbericht angschaut: es sollte nur regnen und echt schlecht werden, also hatten wir unseren start einen tag nach hinten verschoben. am eigentlich geplanten tag schien dann aber strahlend die sonne, nur der wind war sehr stark. den fruehen bus hatten wir nun aber verpasst, was uns ein bisschen angenervt hatte. der spaete bus war dann auch noch ne stunde zu spaet, was uns unruhig machte, weil wir ja auch noch etwas laufen wollten. die busfahrt dauerte drei stunden, aber um sieben uhr abends ging es dann los, der wind hatte auch nachgelassen und motiviert vom ganzen tag warten sind wir auch noch in das campamento las torres raufgelaufen und haben die torres bei sonnenuntergang und wolkenfreien himmel bestaunen koennen. am naechsten morgen sollte unser glueck anhalten, es hatte nur wenig zu gezogen und wir sind puenktlich, 5 uhr fruehs, zum sonnenaufgang wieder am aussichtspunkt gewesen. unser fruehes aufstehen hatte sich gelohnt und wir konnten die torres abermals fast wolkenfrei bestaunen, aber dieses mal in herrliches rotes licht getaucht und spaeter mit einen bilderbuch regenbogen ueberstrahlt - fantastisch.
die naechsten, laut voerhersage, regenreichen tage, waren ebenfalls sonnig und machten die wanderung sehr angenehm. die langen tage nutzten wir und legten manch etappe zu einer zusammen, was uns schon am vierten, an statt am sechsten, tag den "schlimmen" pass ueberqueren lies. der war aber ganz lieb nur der wind war mal wieder patagonisch umwerfend. der blick vom pass hinab auf dem gigantischen grey gletscher, der sich vom campo de helio sur (das suedliche patagonische eisfeld) ins tal schiebt, war sagenhaft. wir mussten erst mal eine ausgiebige pause machen, um den gletscher zu bestaunen und mehr von unserem essen zu essen, da es ja wie gesagt knapp wurde mit den tagen, um das essen auch aufzuessen. gut gefuettert kamen wir dann im camp direkt an der abbruchkante des gery gletschers an und beschlossen hier einen tag pause zu machen, um noch mehr von den spannenden mometen, wenn der gletscher kalbt (so de fachbergriff ), zu erleben, welche am ersten abend so zahlreich waren. das ist schon echt stark wenn da so krachend und wasserzerstaeubend ein riesen stueck eis in den see stuerzt und die abbruchkante in verschiedenstem blau erscheint. ich weiss, eigentlich sollte es einen in diesem moment die scharmesroete is gesicht treiben da man ja so tatkraeftig an der globalen erwaehrmung mitgewirkt hat - aber macht euch keine sorge es hat laut und kraeftig gekracht und war super, wir (also vorallem ich, georg) haben ueber beide ohren gestrahlt und fand es einen guten ersatz fuer die verpassten silvester knaller. allerdings war dann am naechsten und pausentag nicht so viel los, zu beruhgung aller naturschuetzer, hoffe ich mal. am abend sind wir dann mit bauschmerzen vom vielen essen eingeschlafen.
am naechsten tag sind wir ins valle del frances, wo zu unserer freude der naechste gletscher wartete und eine lawine krachend nach der anderen ins tal rollte. sehr gut. bis hoch ins nicht so ueberlaufene campamento britanico und im laufschritt rauf auf den pass, um noch mal einen blick auf die torres von der rueckseite zu bekommen. viel zu spaet waren wir leider los und mussten dann im dunklen ins camp zurueck stolpern. aber alles gut.
so voll geladen mit tausen eindruecken, ging es die letzten zwei tage zum bus zurueck und wie sollte es anders sein am letzten tag, dem einzigsten an dem sonne vorhergesagt war, regnete es. patagonia.
was noch vom park geblieben ist:
ein fader beigeschmack. der hohe eintrittspreis, 30 US$, waeren in ordnung, wenn man sehen wuerde dass das geld auch ankommt, aber anstatt das geld in die voellig ueberfuellten camps zu stecken bzw. die wege zukunftsicher, also nachhaltig, anzulegen, versickert das geld sonst wo bzw. laesst riesige lodgeanlagen entstehen. es ist echt schade im ganzen park die errosion zu sehen und manche camps mit oeffentlichen toiletten verwechselt vorzufinden. es kommen viel zu viele leute in den park, die nicht unsere naturfreundliche erfahrung und ein entsprechendes verhalten mitbringen koennen und im moment wird mit der natur kein nachhaltiger tourismus betrieben, der den wachsenden besucherzahlen gerecht wird. vielleicht sollte eine aehnlich komplizierte regulierung wie fuers klettern her, bei der mit permits und anmeldung bzw. begrenzter anzahl von leuten gearbeitet wird, allerdings bringt der park dann nicht mehr so viel kohle ein.
vielleicht gehoert der park ja bald wie dresden zu einem der ehemals geschuetzten UNSECO dinge dieser welt.
in diesem sinne. ich hoffe dass ich mit dem letzten absatz keinen die lust auf einen besuch verdorben habe, es lohnt sich.
lena & georg
silvester im hostel independencia
die torres del peine
nochmal, mit leichtem regenbogen
sturm auf den pass
sturm auf dem pass
der grey gletscher
die cuerno felsen im valle del frances
eigentlich hatten wir ja schon die patagonische wettererfahrung gemacht: einfach loswandern und nicht auf gutes wetter warten, da man schon verloren hat, wenn man hier auf stabiles wetter wartet, aber irgendwie, warum auch immer, hatten wir uns diesmal den wetterbericht angschaut: es sollte nur regnen und echt schlecht werden, also hatten wir unseren start einen tag nach hinten verschoben. am eigentlich geplanten tag schien dann aber strahlend die sonne, nur der wind war sehr stark. den fruehen bus hatten wir nun aber verpasst, was uns ein bisschen angenervt hatte. der spaete bus war dann auch noch ne stunde zu spaet, was uns unruhig machte, weil wir ja auch noch etwas laufen wollten. die busfahrt dauerte drei stunden, aber um sieben uhr abends ging es dann los, der wind hatte auch nachgelassen und motiviert vom ganzen tag warten sind wir auch noch in das campamento las torres raufgelaufen und haben die torres bei sonnenuntergang und wolkenfreien himmel bestaunen koennen. am naechsten morgen sollte unser glueck anhalten, es hatte nur wenig zu gezogen und wir sind puenktlich, 5 uhr fruehs, zum sonnenaufgang wieder am aussichtspunkt gewesen. unser fruehes aufstehen hatte sich gelohnt und wir konnten die torres abermals fast wolkenfrei bestaunen, aber dieses mal in herrliches rotes licht getaucht und spaeter mit einen bilderbuch regenbogen ueberstrahlt - fantastisch.
die naechsten, laut voerhersage, regenreichen tage, waren ebenfalls sonnig und machten die wanderung sehr angenehm. die langen tage nutzten wir und legten manch etappe zu einer zusammen, was uns schon am vierten, an statt am sechsten, tag den "schlimmen" pass ueberqueren lies. der war aber ganz lieb nur der wind war mal wieder patagonisch umwerfend. der blick vom pass hinab auf dem gigantischen grey gletscher, der sich vom campo de helio sur (das suedliche patagonische eisfeld) ins tal schiebt, war sagenhaft. wir mussten erst mal eine ausgiebige pause machen, um den gletscher zu bestaunen und mehr von unserem essen zu essen, da es ja wie gesagt knapp wurde mit den tagen, um das essen auch aufzuessen. gut gefuettert kamen wir dann im camp direkt an der abbruchkante des gery gletschers an und beschlossen hier einen tag pause zu machen, um noch mehr von den spannenden mometen, wenn der gletscher kalbt (so de fachbergriff ), zu erleben, welche am ersten abend so zahlreich waren. das ist schon echt stark wenn da so krachend und wasserzerstaeubend ein riesen stueck eis in den see stuerzt und die abbruchkante in verschiedenstem blau erscheint. ich weiss, eigentlich sollte es einen in diesem moment die scharmesroete is gesicht treiben da man ja so tatkraeftig an der globalen erwaehrmung mitgewirkt hat - aber macht euch keine sorge es hat laut und kraeftig gekracht und war super, wir (also vorallem ich, georg) haben ueber beide ohren gestrahlt und fand es einen guten ersatz fuer die verpassten silvester knaller. allerdings war dann am naechsten und pausentag nicht so viel los, zu beruhgung aller naturschuetzer, hoffe ich mal. am abend sind wir dann mit bauschmerzen vom vielen essen eingeschlafen.
am naechsten tag sind wir ins valle del frances, wo zu unserer freude der naechste gletscher wartete und eine lawine krachend nach der anderen ins tal rollte. sehr gut. bis hoch ins nicht so ueberlaufene campamento britanico und im laufschritt rauf auf den pass, um noch mal einen blick auf die torres von der rueckseite zu bekommen. viel zu spaet waren wir leider los und mussten dann im dunklen ins camp zurueck stolpern. aber alles gut.
so voll geladen mit tausen eindruecken, ging es die letzten zwei tage zum bus zurueck und wie sollte es anders sein am letzten tag, dem einzigsten an dem sonne vorhergesagt war, regnete es. patagonia.
was noch vom park geblieben ist:
ein fader beigeschmack. der hohe eintrittspreis, 30 US$, waeren in ordnung, wenn man sehen wuerde dass das geld auch ankommt, aber anstatt das geld in die voellig ueberfuellten camps zu stecken bzw. die wege zukunftsicher, also nachhaltig, anzulegen, versickert das geld sonst wo bzw. laesst riesige lodgeanlagen entstehen. es ist echt schade im ganzen park die errosion zu sehen und manche camps mit oeffentlichen toiletten verwechselt vorzufinden. es kommen viel zu viele leute in den park, die nicht unsere naturfreundliche erfahrung und ein entsprechendes verhalten mitbringen koennen und im moment wird mit der natur kein nachhaltiger tourismus betrieben, der den wachsenden besucherzahlen gerecht wird. vielleicht sollte eine aehnlich komplizierte regulierung wie fuers klettern her, bei der mit permits und anmeldung bzw. begrenzter anzahl von leuten gearbeitet wird, allerdings bringt der park dann nicht mehr so viel kohle ein.
vielleicht gehoert der park ja bald wie dresden zu einem der ehemals geschuetzten UNSECO dinge dieser welt.
in diesem sinne. ich hoffe dass ich mit dem letzten absatz keinen die lust auf einen besuch verdorben habe, es lohnt sich.
lena & georg
silvester im hostel independencia
die torres del peine
nochmal, mit leichtem regenbogen
sturm auf den pass
sturm auf dem pass
der grey gletscher
die cuerno felsen im valle del frances
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