Freitag, 30. April 2010

wir sehen schon wieder rot

gerade wollten wir euch erzaehlen, dass wir heile aus der rot gefaerbten stadt bangkok fliehen konnten und nun geht's hier in kathmandu los. die maoisten, auch rot und ganz kraeftig am demonstrieren, bringen noch mehr chaos in die engen strassen kathmandus. wie auch in bangkok ist die armee mit auf der strasse und deshlab schwingen wir jetzt die hufe, dass wir auch moeglichst schnell hier weg kommen, weg aus den menschenmassen und ab in die natur. hoffentlich streikt der bus morgen frueh nicht.
nebenbei, kathmandu ist toll. ein wunderbares flair herrscht in der altstadt, enge gassen, bunte saris, schwer bepackte lastentraeger, herrlich ruhige hinterhoefe, die alte architektur mit ihren holzschnitzereien (manchmal durch balken gestuetzt) und die herrlichen gerueche aus den gewuerzlaeden und von den unzaehligen raeucherstaebchen. hier riecht es nie nach gosse - fast nie. und hier gibts alles, sogar lebende goettinnen!
aber mehr spaeter.
bei uns gehts nun richtung annapurna. yippiiii.

Dienstag, 27. April 2010

adee southeastasia

ein kurzer gruss aus bangkok. alles safe hier. die touris sind froehlich in ihrer tourimeile aufgehoben und alles was wir von den rothemden mitbekommen haben, war eine hoechst unkoordinierte strassensperre, bei der sie wohl selbst nicht genau wussten was sie 'kontrollieren' wollten. der busfahrer musste die tuere oeffnen und drei maenner haben mal kurz nach dem rechten geschaut, haben uns fuer 'nicht zum nachteil ihrer demonstration' befunden und sind wieder raus, aha. uns hat das ganze ne stunde laenger im bus beschehrt.
langsam gehen nun unsere letzten baht zurneige und sowie unsere boerse sich nach einer neuen waehrung sehnt gehts auch uns und wir freuen uns auf den flug mit nepal airlines :)
see you in kathmandu.

Samstag, 24. April 2010

das dritte neue

hey alle,
hoffen, auch ihr seid gut ins neue khmer jahr gerutscht. was fuer eine festlichkeit. ausser dass alle urlaub und damit riesen familien picknicks gemacht haben war nicht viel davon zu spueren.
die hauptstadt phnom penh hatte uns eine ganze woche im griff. wir haben uns von jojo und dara verwoehnen lassen und haben uns mit dem museum toul sleng und der gedenkstaette "killing fields" noch einmal in die traurige khmer rouge zeit begeben.

unser kleiner urlaub hat uns an die kueste kambodschas gefuert. viele huebsche kleine inseln, mit weissen straenden und noch wenig entwickelt. ein wenig schnorcheln, baden und rumlungern auf koh rong und koh tunsay. dann einen ausflug in den bokor nationalpark. das hochplateau wurde schon damals von den franzosen als hervorragendes ferien- und vergnuegungsgebiet entdeckt und somit stehen dort die ruinen und gerippe eines riesigen hotels, eines kasinos und einer kirche sowie grundmauern einer siedlung, das alles aus den 20er jahren. mal was anderes zwischen all den tempelruinen der khmers und ein beliebtes ausflugziel der einheimischen. beim besuch der alten kirche klang uns schon froehliches geschnatter entgegen und welch ueberraschung war es eine der grossfamilien vor dem altar picknicken zu sehen... warum auch nicht ;) leider ist dieses (wieder) huebsche hochplateau bereits in anderer hand und die planung eines neuen hotel- und kasino-komplexes ist in planung. diese riesigen bauvorhaben der (einfluss)reichen und auslaendischen investoren lassen die entwicklung kambodschas mit anderen augen sehen. kaum ein dollar kommt dem land wirklich zu gute, alles verschwindet in den tiefen taschen dieser menschen. auch ganze inseln sind bereits in privater hand und die bauplaene sind alles andere als angemessen.
ein abstecher noch zum gigantischen wasserfall "wolkenwirbel" fuehrte uns das trockene flussbett entlang zu einer felsenstufe, die man mit wasser sicherlich nicht so toll gesehen haette... wir haben uns dann allerdings inmitten eines anderen wasserfalls wiedergefunden. als sich eine dieser besagten familien naeherte schwammen wir im wasserfall des vietnamesischen geschnatters von sicherlich 30 leuten, wurden mit green mangos gefuettert und mussten fuer die fotos mit den alten damen der gesellschaft posieren. schoen wie unbedarft man gepackt wird und zwischen die omis gesetzt wird, weil verstaendigung war ja schwierig... sehr nett wars.

nach dem abschied von jojo und dara genommen haben hat uns der bus nach siam reap gebracht. die pracht dieser tempel der uralten staedte und siedlungen angkors ist atemberaubend. die aeltesten aus dem 9. und die juengsten aus dem 14. jahrhundert. wir haben beschlossen keine bilder auf den blog zu stellen und auch nie welche zu zeigen..., weil! hier muss man selber hin!!!
wir haben 3 volle tage, von daemmerung zu daemmerung, damit zugebracht durch die ruinen zu wandeln und alles in uns aufzusaugen. an vielen ruinen ist eine renovierende und an allen eine konservierende hand angelegt worden, sodass es moeglich ist in die versunkenen zeiten einzutauchen und sich der groesse dieser hochkultur und ihrer leistung bewusst zu werden. der hoehepunkt angkor wat mit: hunderten metern sandsteinrelief, sorgfaelltig gemeisselten figuren und mustern in allen ecken, auf allen flaechen, in allen winkeln, auf drei ebenen, an 4 mauerringen, an gebaeuden, terassen, tuermen, kreuzgaengen und wasserbecken. man wird nie fertig mit schauen. die reliefs erzahlen die legenden der goetter und wenn man heimlich den tourguides lauscht bekommt man einen wunderbaren eindruck der kultur von damals, die sich zu der zeit gerade vom hinduismus zum buddhismus entwickelt hat. aber genug geschichte. neben diesen aufgeraeumten und teilweise wieder hergerichteten tempeln fanden wir auch welche, die sich fest im griff gewaltiger baeume befinden. riesige wurzeln halten die mauern zusammen oder sprengen sie an anderer stelle. gewaltig sind die sandstein-steinberge eingestuerzter gewoelbe. erst da wurde uns wirklich bewusst was fuer massen an sandstein verarbeitet wurden. man kann die groesse dieser ruinen sicher nicht angemessen in worte fassen und wir sind froh hier zum ende unserer suedostasienreise zu sein und dass wir zuvor alle anderen tempel haben wuerdigen koennen.

weiter gings nach battambang, kambodschas zweitgroesster stadt, um nochmal die jojo zu treffen, die hier auf dienstreise war. schoen mit dem roller ueber die countryside, bienenwaben essen gehen, die khmerdisco auschecken und karaoke singen... sehr entspannt und lustig.
morgen gehts nach bangkok, drueckt uns die daumen, dass wir heile unseren flieger erreichen.

nach wie vor funktioniert die kommentarfunktion! danke fuer deine treue, bine.

koh rong mit jojo und dara


bokor national park


na, doch ein paar eindruecke zu angkor









ausflug battambang

genug bilder?

Montag, 5. April 2010

Frohe Ostern - gehabt zu haben

Und ganz liebe Grüße aus Phnom Penh.
Nun sind wir endlich in Kambodscha angekommen und haben bei meiner Freundin Jojo Unterschlupf gefunden, wie schön ist es wenn in der Fremde ein so bekanntes Gesicht die Türe öffnet. Und mit Ostern vor der Nase war auch erst mal nichts mit sight seeing, sondern abhängen und dann ein bisschen Osterfeeling kreieren. Nachdem wir uns alle große Mühe gegeben haben Enteneiner auszupusten (Hühnereier sind hier alle braun), diese mit Wachs zu verzieren und in alten Kaffe, Rotebeetematsch und Gelbwurzsoße einzulegen, hat uns Jojo noch einen wunderbaren Osterzopf gebacken. Der eilig aus dem Treppenhaus geholte Plastebaum dient nun als Osterstrauch und unser Osterhasenbastelwettbewerb hat großartiges hervorgebracht.
Hier wollen wir nun etwas länger bleiben und einige Großstadterledigungen erledigen wie Visa für Indien beantragen und darauf warten, dass Jojos dicke Katz endlich ihre Jungen kriegt. Über Khmer-Neujahr (unser inzwischen drittes Silvester) haben wir dann auch Jojo und ihren Freund Dara einige Tage ganz für uns, yippiii.

Unsere letzte Zeit in Laos war super entspannt. Der Hauptstadt Ventiane haben wir einen Tag gegönnt, haben die riesige goldene Stupa besichtig, den Arce de Triomphe (oder so) bestaunt und Georg hat sich einen Mönch als Brieffreund angelacht, nachdem der ihn ausgelacht hat, weil er immer seinen tollen Hut trägt (ein Reisbauernhut fällt in der Hauptstadt schon auf). Supi Gespräche sind aus zwei solchen Begegnungen geworden, und wir haben etwas mehr als beim monk chat in Thailand lernen können.
Auf nach Süden ging es mit dem sleeping bus. Ein Reisebus mit Doppelstockbetten drin. Wir hatten die vierer Liegefläche ganz hinten für uns (reisten zu dieser Zeit noch mit der Angi aus Österreich), viel Platz, allerdings hat uns jede Bodenwelle von unseren Kissen gehoben.
Zwei Zwischenstops, einer bei Champasak um den Khmer-Temper Vat Phou zu bestaunen, der mit seinen krummen und steilen Treppen, gesäumt von wunderschön blühenden Bäumen, und dem uralten an den Fels geschmiegten Heiligtum eine altehrwürdige Stimmung besitzt. Gäbe es die antike Straße nach Angkor noch, wären wir sicher gleich losgelaufen, so sind wir jetzt noch dabei den Umweg zu genießen.
Der hat uns zu unserem zweiten Zwischenstop auf eine der 4000 Inseln im Mekong geführt. Hier muss es wunderschön sein mit dem Boot herum zu kurven, allerdings sollte man sich vor den tosenden Wasserfällen in acht nehmen, die schon die Franzosen vor 100 Jahren in Verzweiflung trieben (jetzt red ich schon wie ein Reiseführer...), naja, jedenfalls wollten die mit dem Schiff ’nen bissl Handel und Schwung hier hineinbringen und haben dann versucht mit der Eisenbahn diese Wasserfälle zu umschiffen. Georg hat einen der seltenen Irrawaddy-Delfine gesehen und ich - nur noch die Wellen.

Wie von der Palme geworfen haben uns einige Filme, die wir in einem Kulturzentrum hier in PP gesehen haben. Außerhalb der Großstadt ist quasi noch Nachkriegszeit. Die Unmengen an nicht detonierten Fliegerbomben und Landminen machen immer noch weite Bereiche des Landes unnutzbar. Beklemmend sind die Berichte über die sog. bomb hunters, die nach alter Munition suchen, um TNT und Eisenschrott zu verkaufen und damit ihre Familie zu ernähren. Sie riskieren dabei Gliedmaßen oder das ganze Leben – für ein paar cent. Riesige Bomben werden mit der Säge aufgesägt, das TNT heraus gehämmert und dann mit einem kleinen Feuer der Detonator zum explodieren gebracht. Und die Kinder sammeln ebenso eifrig, zerkloppen Gewehrmunition mit dem Hammer, um sich ein paar Süßigkeiten leisten zu können. Hier arbeitet also nicht nur die offizielle Minenräumung auf Hochtouren am land clearing, sondern den armen Menschen bleibt keine andere Wahl als auf eigene Faust Land zu räumen, um den nötigen Reis anzubauen, bzw. den Schrott zu verkaufen. Tonnenweise Bombenschrott wird wöchentlich nach Thailand verkauft...
Wenn die Räumung in dem Tempo weitergeht ist Kambodscha in - immerhin schon - 100 Jahren seine Kriegslast los!
Was ein Tourist von dem ganzen mitbekommt? Nicht viel. Versehrte Menschen, kreativ als Geländer genutzte Fliegerbomben, mal ein Schrottberg und Schilder mit der Warnung vor Minen. Das Buch einer Khmer-Autorin „daughter of the killing fields“ lehrt mich gerade die Unfassbarkeit der Khmer Rouge Tragödie.

Die Bilder folgen hoffentlich bald, wir grüßen euch.

da sind se -->

Georg mit Hut.

Georg wegen Hut auslachende Moenche.

Laotische Volksstuba in Vientiane.

Lenas Blick schweift ueber die Anlage von Wat Phou.

au'backe


super wa?