Dienstag, 2. Februar 2010

kurz vor weg und weiter

Ey, Buenos Aires rockt - und macht voll schlank, ganze 20 kilo in 5 min - nagut, ganz so schnell gings dann doch nicht, der ganze Kram musste ja erstmal gepackt und zur Post gebracht werden. In unseren Trekking-rucksaecken herrscht ohne das ganze campingzeug nun gaehnende Leere. Allerdings haben wir nun ja auch wieder das Kletterzeug dabei.
Die letzten Tage hier in BA haben wir sehr genossen und fast wie in Patagonien kanns hier regnen wenn die Sonne scheint, also schonmal was bekanntes. Hier sinds jedoch die Klimaanlagen, die bei der hier herrschenden schwuelen Waerme die Gehwege berregnen - eher weniger angenehm. Die Stadt hat sehr viel Charme, das Gewirr der engen Einbahnstrassen im Zentrum wechselt mit bis zu 14spurigen Prachtstrassen mit herrlichen Baeumen und fuer uns sehr chaotischen Kreuzungen, die alte spanische, italienische und franzoesische Architektur praegt das Stadtbild, die immer volle Fussgaengerzone mit vielen Staenden, die ihre Wahre und Kunst auf Decken feilbieten, um noch den schnellen Pesos zu verdienen, dazu der Handwerkermarkt am Wochenende im Stadtteil San Telmo. Und wies Hauptstaedte so ansich haben, erinnern viele kleine und grosse Parks und Denkmaeler an allerlei wichtiges historisches Personal.
Wir haben uns auch den, nicht nur wegen des Fussballvereins sehr bekannten, Stadtteil La Boca angesehen. Das historische Hafen- und Arbeiterviertel hat seit anbeginn mit viel Farbe und Tangokultur in Buenos Aires von sich reden gemacht. Allerdings findet der Tourist eine scheinbar uebertriebene Renovierung und Bemalung um einen Plaza herum, wies wohl mal gewesen sein soll. Die Farben machen Spass und die wirklich mit viel Liebe gepflegten historischen Kneipen haben flair, aber die Touristenhascherei (kommt essen hier, mit Tangotaenzern fotografieren lassen da) macht dagegen keinen Spass. Wir sind ein paar Strassen weitergelaufen und dann auch mit dem Bus durchgefahren und fuehlten uns garnicht gut, den Menschen von oben herab, aus dem citytourbus, in die Hoefe und Wohnungen zu schauen.
Den Glanz des Tangos, der hier immer und ueberall ein Ausdruck von Freude und Leid gewesen ist, haben wir am meisten spueren koennen, wenn es sich auf dem Markt um eine kleine Flaeche scharrt, mit Musikanten und Taenzern und die porteños (Menschen aus Buenos Aires) oder andere Argentinier in wohl alter und angeborener Manier die Leistung loben und beklatschen. Vieles hat sich wohl aber schon seit langem von der Strasse in die Theater verlagert und ist zu Tangoshows mutiert.
Nach mehrern Runden mit dem hop on and off citybus haben wir dann auch ganz unterschiedliche Stadtteile gesehen und waren ganz typisch essen. Wir glauben, hier kann man sich wohlfuehlen. Auch wenn einem die ewig lauten und stinkenden Busse auf die Nerven gehen und es traurig zu sehen ist, wie Menschen Muellberge durchwuehlen und sortieren muessen, um ein paar Pesos zu verdienen, die vielen Obdachlosen... La Boca und andere aermere Viertel stehen im krassen Gegensatz zu neu und modern gestalteten Vierteln, wie dem alten Hafen.

Unsere 3 Monate hier sind nun leider um. Vieles haben wir nicht gesehen, vieles will noch gesehen werden. Das naechste Mal mit mehr Spanischkenntnissen! Die ganzen hier erlebten eindruecke sind schwer in einen Blogbeitrag zusammenzufassen. Wir denken aber ein schoenes persoenliches Bild von Patagonien bekommen und auch die Mentalitaet der Chilenen und Argentinier erlebet zu haben und zudem Lust auf mehr Suedamerika.

Jetzt muessen erstmal weitaus unbekanntere Kulturen und Religionen verstanden werden. Etwas wird vielleicht leichter: keiner erwartet mehr, dass wir die Landessprache sprechen koennen.

Wir sind ganz gespannt.
Tschuessi, ´s geht weiter.

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